Welche Vorteile hat die GKV?

Auf die gesetzliche Krankenversicherung – kurz GKV – wird oft geschimpft. Zugegeben: die Kritik ist durchaus verständlich, schließlich wird dieser Teil des deutschen Sozialversicherungssystems oft und gern reformiert.

krankenversicherungDabei leider aber meist nicht im Sinne der gesetzlich Versicherten. Steigende Beitragssätze, die regulär vom Bruttoeinkommen der arbeitenden Versicherten erhoben werden und dadurch den Lohnzettel belasten, aber auch ein sinkendes Leistungsniveau wurden bei so mancher Reform in der Vergangenheit beschlossen. Für die gesetzlich Versicherten bedeutet dies finanzielle Einschnitte bei verminderten Leistungen bei Krankheit, Rehabilitation und Vorsorge.

Hat die Absicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung überhaupt Vorteile oder sollte man, sobald sich die Möglichkeit bietet (Versicherungspflicht endet durch Selbstständigkeit oder durch Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze etc.), in die private Krankenversicherung wechseln? Wann ein Wechsel in die private Krankenversicherung Sinn macht, das kann man hier lesen.

Die Kritikpunkte an der gesetzlichen Krankenversicherung

Natürlich sind die Kritikpunkte der gesetzlichen Krankenversicherung klar und deutlich. Steigende Beitragssätze und sinkendes Leistungsspektrum in den vergangenen Jahren machen die GKV auf den ersten Blick nicht wirklich attraktiv. Doch auch Positives gibt es für die gesetzlich Versicherten, zum Beispiel die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen.

Kinder und Lebenspartner ohne eigenes Einkommen bzw. mit einem Gesamteinkommen unterhalb vorgegebener Grenzen können sich unter diversen Bedingungen über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen der Eltern bzw. des Partners versichern und zwar beitragsfrei. In der privaten Krankenversicherung ist indes für jeden Versicherten eine individuelle Prämie zu zahlen. Vor allen Dingen Familien mit Kindern bzw. Partnerschaften bei denen ein Partner kein oder nur ein geringes Einkommen erzielt, profitieren von der beitragsfreien Familienversicherung der GKV in Deutschland.

Weil sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ausschließlich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit des Versicherten richtet, nicht aber nach dem Alter oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person (wie es in der privaten Krankenversicherung üblich ist, außer Basistarif), ist die GKV speziell auch für ältere Menschen und für Kranke eine günstige Option. Bei den privaten Krankenversicherern müssen Ältere und Personen mit Vorerkrankungen mit Leistungsstaffelungen und Leistungsausschlüssen rechnen, selbst die Ablehnung des Versicherungsantrages durch das private Versicherungsunternehmen ist gestattet. Eine Ausnahme bildet hier der Basistarif, den die Versicherer inzwischen anbieten müssen.

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist ferner über die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt. Nur das Einkommen bis zu dieser Grenze wird per Beitragssatz veranlagt. Interessant für Besserverdienende.

Die Leistungen und Zusatzbeiträge in der GKV

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind mehrheitlich per Gesetz festgelegt, viel Spielraum haben die Krankenkassen daher nicht. Bisher konnten sich AOK, Barmer, DAK und Co. insbesondere über ihre Satzungsleistungen (in der Satzung verankerte Mehrleistungen) voneinander abgrenzen oder mit hoher Kundenfreundlichkeit punkten. Seit Jahresbeginn 2015 gibt es überdies den individuellen Zusatzbeitrag, den die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Versicherten (anstatt dem bisherigen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent) erheben. Als Vergleich dient der von der Bundesregierung festgesetzte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz, der derzeit ebenfalls 0,9 Prozent beträgt.

Die individuellen Zusatzbeiträge der GKV liegen je nach Kasse aktuell zwischen 0 Prozent, günstigen 0,3 Prozent und satten 1,2 Prozent. Diesen Zusatzbeitrag zahlen die Versicherten allein von ihrem Bruttoeinkommen. Hinzukommt der allgemeine Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber hälftig teilen. Ein gesetzlich Versicherter zahlt demzufolge momentan je nachdem welcher gesetzlichen Krankenkasse er angehört zwischen 7,3 Prozent und 8,5 Prozent seines Bruttoeinkommens. Mit der Wahl seiner Krankenkasse kann der Versicherte also nicht mehr nur Einfluss nehmen auf den Leistungsumfang im Rahmen der Satzungsleistungen, sondern auch auf die Krankenversicherungskosten und damit auf sein Portemonnaie.

Fazit: Auch wenn es viele Kritikpunkte gibt, nicht immer ist die gesetzliche Krankenversicherung die schlechteste Lösung bzw. Absicherung. Für einige Personengruppen sind die Regelungen und Rahmenbedingungen der GKV durchaus von Vorteil, zum Beispiel für kinderreiche Familien, Einkommensschwächere und ältere Menschen. Für Selbständige und besser verdienende Angestellte kann eine private Krankenversicherung durchaus sinnvoll sein. Vor dem Abschluß einer PKV sollte man aber unbedingt die Tarife vergleichen. Mit einem PKV Vergleichsrechner kann man einen PKV Vergleich online und anonym durchführen und so die besten Tarife finden.